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Warum bloß noch ein Blog? Ich weiß, wenig originell, ein Blog mit der Frage nach dessen Sinn und Unsinn einzuleiten. Wurde sie doch schon zigmal gestellt. Und ebenso oft wurden Antworten darauf formuliert – lesenswerte wie dämliche. Aber irgendeine Rechtfertigung muss her, meine ich. Der Soziologe Jo Reichertz behauptet, „wenn er [der Blog] zu nichts führt, dann ist er überflüssig.“ Recht hat er, denn Reichertz hat die Anschlussfähigkeit eines Blogs im Auge. Erst wenn Beiträge gelesen werden und Reaktionen hervorrufen, nützen sie. In der Rezeption spielen Blogs ihr Potenzial aus, eine ganze Welt zu verändern. Reichertz hat aber eben auch unrecht, denkt man nur mal Menschen, die es danach drängt, ihre Privatsphäre in aller Öffentlichkeit zu dokumentieren. Klar, einen Ertrag für die Allgemeinheit bringt das nicht. Aber doch für den Beiträger, auch ohne dass er sich das eingestehen müsste. Zum Beispiel Bloggen zur Selbstfindung oder gar als Therapie oder einfach als Schreibübung. Bloggen kann auch zur Befriedigung eines Mitteilungsbedürfnisses herhalten, dem Geltungssüchtigen und Eitlen Anerkennung einflüstern. Warum nun also noch ein Blog? Na ja, die erste Antwort fällt nicht schwer. Ich versuche natürlich (!), getreu dem reichertzschen Paradigma allgemein relevante Inhalte abzuliefern. Tatsächlich muss ich mich aber wohl damit abfinden, dass auch ganz selbstgefällige Beweggründe am Werke sind. Was solls. Start the Dance …

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